Abendgold
Spät, wenn die Sonne säumendDie Wölklein rötet hold,
Dann steh' ich gerne träumend
Und schau' ins Abendgold.
Die Stunden, die verflossen,
Durchleb' ich noch einmal;
Von diesem Glanz umgossen
Erblassen Schmerz und Qual.
Und wenn der süsse Schimmer
Dann weicht der Dämm'rung mild,
Trag' ich im Herzen immer
Vom Tag das letzte Bild.
So mag das Leben bringen
Viel, was wir nicht begehrt,
Beim seligen Verklingen
Zeigt alles sich verklärt.


