Gedichtdetail

Leise Stunde

Leise Stunde
Glück im Winkel
Was willst du mir denn sagen,
Du grüner, lachender Frühlingstag?
Die muntern Drosseln schlagen
Wie trunken nah im dunkeln Hag.
Mein Acker scheint zu träumen,
Ganz still ist's unter den Bäumen,
Ich hör' der leisen Stunde Schlag.

Sie kommt mit jedem Lenze,
Steigt auf wie ein versunken Gut,
Fern an der Kindheit Grenze
Wandl' ich in treuer Augen Hut.
Ein Duft liegt über den Weiten,
Die heimlichen Glocken läuten:
Du hast es gut, du hast es gut!
Ich seh' der Mutter Hände,
Verwerkt und hart – und doch so weich!
Sie müht sich ohne Ende
Und gibt und gibt und bleibt doch reich.
In Ackers Grund geborgen
Schläft ihr Segnen und Sorgen
Und macht ihn mir zum Märchenreich.

 

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