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Arbeit in der Fabrik

Die kleinen Bauernhöfe, die in der Regel einen Garten vor dem Haus besassen für die Selbstversorgung sowie ein, zwei Äckerchen für den Erwerb, gaben zu wenig her, um die Familien zu ernähren. Das Einkommen wurde mit der Arbeit in den Fabriken aufgebessert, die im Zuge der Industrialisierung überall errichtet wurden.

Huggenbergers Vater und früher der Grossvater arbeiteten im Greuterhof in Kefikon. Dort war die Arbeitszeit von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Das Höflein in Bewangen besorgte zum grossen Teil Huggenbergers Mutter. Die Kinder wurden von Alfred Huggenbergers Grossvater beaufsichtigt, der wohl der erste Schriftsteller der Familie geworden wäre, aber er war der letzte der Familie, welcher weder lesen noch schreiben konnte.

Fahnenflucht

Ich kann dich nicht verstehen,
Du Bauernsohn von altem Holz;
Du schrittest hinterm Pfluge her
So sicher und so stolz!

Du schärftest deine Sense
Beim ersten roten Morgenschein;
Wie führtest du so guten Streich!
Dich holte keiner ein.

Ich kann es nicht verstehen,
Dass du zur Stadt dein Schritt gewandt.
Hat dich ein letzter Blick ins Tal
Nicht an die Scholle gebannt?

Kommt durch den Rauch der Schlote
Nicht oft ein scheuer Gruss zu dir
Von einer Wiese, waldumzirkt,
Von stiller Gärten Zier?

Singt nicht der Dengelhammer
Sein Lied in deiner Nächte Traum?
Und weckt dich nie der Staren Brut
Im alten Apfelbaum?

Die Frühlingswolken wandern,
Der Märzwind trocknet Weg und Rain,
Schon geht der erste Pflug im Feld 
Möchte‘ es der deine sein!

Quelle: Gedichtband Hinterm Pflug, 1911