Fluren, Äcker und Haine
Alfred Huggenberger liebte es durch die Fluren zu gehen, denn er konnte weder Velo- noch Autofahren. Während Spaziergängen in der Umgebung oder bei ausgedehnten Wanderungen in der Ostschweiz genoss er die Natur. Sein Notizbuch und den Griffel hatte er stets zur Hand, um seine Gedanken und Beobachtungen festzuhalten.
Er kehrte gerne in den Landbeizen ein und sprach mit den Leuten. Er war gesellig und sein feiner Humor öffnete ihm manche Tür und manches Herz.
Heimat im Sommer
Wenn der Sommer seine Feste feiert,
Dann ist meiner Heimat Gnadenzeit.
Gottes Aug ruht auf ihr unverschleiert,
Und ihr Himmel wölbt sich hoch und weit.
Dörfer, ins Gefild hineingeboren,
Läuten hell sich Sonntagsgrüsse zu;
Nicht ein Acker ist so weltverloren,
Er spürt Heimat, er gehört dazu.
Jeder Wohnstatt, oh, dem ärmsten Garten
Schenkt der Sommer tiefe Daseinslust,
Und die Mägdlein, die die Blumen warten,
Träumen von der Liebe unbewusst.
Mit dem Abend bleibt der Tag verbunden,
Weil er ungern sich vom Leben trennt.
Wann er endlich doch die Ruh gefunden,
Blinkt der Morgenstern am Firmament.
Menschen werken bald in Gottes Frühe,
Von der Arbeit Rätselglück geschient.
Junger Tagschein achtet ihre Mühe,
Ihr Versorgtsein ist getreu erdient.
Auf der Sonnenhöhe steht das Leben,
Ährengold und Reifen nah und weit.
Heimat, ganz dem Sommer hingegeben,
Ahnst du doch den Wandelschritt der Zeit.
Quelle: Gedenkausgabe, 1967, S. 63